Tarifabschluss für Hessen

Am 15. November 2021 konnte in Raunheim in der ersten Verhandlungsrunde eine Tarifeinigung für die Holz- und Kunststoffindustrie in Hessen gefunden werden. Das Ergebnis im Überblick:

 

  1. Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütungen
    • Für die Monate September 2021 bis April 2022 gelten die ab 1. Januar 2021 gültigen Lohn- und Gehaltstabellen weiter.
    • Erhöhung des Facharbeiterecklohns ab 1. Mai 2022 um 2,7 Prozent (0,49 Euro) auf 18,77 Euro sowie eine weitere Erhöhung ab dem 1. Mai 2023 um 2,2 Prozent (0,41 Euro) auf 19,18 Euro.
    • Erhöhung der Tarifgehälter ab dem 1. Mai 2022 um 2,7 Prozent und ab dem 1. Mai 2023 um weitere 2,2 Prozent.
    • Die Ausbildungsvergütungen werden ab 1. Juli 2022 sowie nochmals zum 1. Juli 2023 jeweils im
      1. Ausbildungsjahr um 30 Euro
      2. Ausbildungsjahr um 40 Euro
      3. Ausbildungsjahr um 50 Euro
      4. Ausbildungsjahr um 50 Euro
      erhöht.
    • Laufzeit bis 30. November 2023 (27 Monate)
       
  2. Corona-Beihilfe
    • Vereinbarung einer Corona-Beihilfe in Höhe von 460 Euro
    • Zahlbar spätestens mit der Februarabrechnung 2022
       
  3. Fortführung des Tarifvertrages Demografie
    • Der Demografiebetrag wird ab 1. Januar 2022 um 150 Euro erhöht und beträgt insgesamt 450 Euro
    • Der Demografiebetrag wird ab 1. Januar 2023 um 150 Euro erhöht und beträgt insgesamt 600 Euro.
    • Der Demografiebetrag ist ab dem Jahr 2025 tarifdynamisch. Er erhöht sich jeweils um den Prozentsatz, um den die Löhne und Gehälter der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Hessen jeweils im Vorjahr gestiegen sind.
    • Der Tarifvertrag Demografie kann mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende, erstmals zum 31. Dezember 2028, gekündigt werden. Eine Nachwirkung nach § 4 Absatz 5 TVG ist ausgeschlossen.

 

Das Verhandlungsergebnis steht noch unter dem Vorbehalt einer Erklärungsfrist bis zum 23. November 2021.

 

Das erzielte Ergebnis bietet insbesondere dank der langen Laufzeit Kalklations- und Planungs-sicherheit für die Unternehmen für mehr als zwei Jahre und ist wegen der acht Nullmonate zu Beginn gerade noch vertretbar.

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Rechtsanwalt Thomas Jünger

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